Es nimmt aber auch kein Ende mit der

Power-Brei Special-Edition

Fremdwörter für Jedermann
 
Wir haben zwar seit Jahren ein wiedervereintes Deutschland, aber die deutsche Sprache ist noch lange nicht einheitlich. Vor allem bei den Fremdwörtern gibt es eine ganze Reihe Ungereimtheiten. Lesen Sie daher hier die Unterschiede der drei bekanntesten Standardwerke der Deutschen Sprache: Pröttelmeiers Sprachalmanach, dem Düsseldorfer Deutschduden und dem Katholischen Orthographiekateschismus anhand ausgewählter Fremdwörter.
 
 
»Razemös«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Als »Razemös« bezeichnet man ein schwebend unwirksames Rechtsgeschäft, das von 7-17-jährigen Kindern und Jugendlichen abgeschlossen wurde, wenn die gesetzlichen Vertreter (Eltern) sich über die Genehmigung des Rechtsgeschäftes uneinig sind. Razemösität kann bei fortbestehender Uneinigkeit der gesetzlichen Vetreter durch die Entscheidung einer neutralen, wohlwollenden dritten Person (ab 18 Jahren) aufgelöst werden (beispielsweise durch Einbeziehung einer Schwiegermutter). Razemös, Otto, geb. 1942. Einer der wenigen wirklichen Nachkommen der Zarenfamilie. Sein Vater kam auf die geniale Idee, seinen Namen rückwärts zu schreiben (eigentl. Söme Zar), um so in Sicherheit als Pferdeschlachter in Suelze in der Lüneburger Heide zu leben. Gewann 1973 das goldene Band des Bauernverbandes für die beste Leberwurst. Sucht für 1998 noch Auszubildende. Zweifellos handelt es sich um ein Adjektiv, was an dem Anhängsel -mös zu erkennen ist (wie z.B. medikamentös, nervös, erzdiözös). Bei dem Wortstamm »raze« handelt es sich um das englische Verb »to raze«, welches auslöschen oder niederreißen bedeutet. Aus der Kombination ergibt sich der Sinn von razemös: es bedeutet »auslöschbar« und wird zur Zeit in vielerlei Hinsicht benutzt. So stellen sich gerade zur Weihnachtszeit viele Kirchenküster die Frage, »Ist die Vielzahl der brennenden Kerzen in meiner Kirche überhaupt noch razemös?«. Jedoch sollten sich die Küster ruhig noch ein wenig Zeit lassen. »Irrazemöse« (unauslöschbare) Kerzen helfen nämlich, Energie zu sparen, da sie eine zusätzliche Wärmequelle in den schwer zu heizenden Kirchen sind.
 
»Chiffonade«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Die geheimnisvolle Energie CHI wird durch das TeleFFON geatmet, bei einer Art chinesicher OlympiADE. Wer durch's Atmen in den Hörer Schränke am anderen Ende der Leitung am weitesten wegrücken kann, ist Sieger der CHIFFONADE. Altes sorbisches Hausmittel zur Bekämpfung der epidemisch auftretenden Onade (Milbenart) auf Gurken. Chiff (sorbisch) = hau wech den Schiet. Selten benutzte Eröffnungsvariante im Schach. Weiß eröffnet durch gleichzeitiges Ziehen des c2 und f2-Bauern nach c3 bzw. f3. Auch bekannt unter Eröffnung King-Kong.
 
»Palilalie«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Seltene Kopfschmerzart, die durch einen Lila-Farbstich der Fernsehnorm PAL hervorgerufen wird. Heilbar. Palilalie ist der Gleichmarsch der Hunde beim Halalie einer Fuchsjagd. Palilalie ist das faustische Streben gegen die Implementierung äquivoker, exotischer Fremdwörter in die teutonische Linguistik.
 
»Gampsodaktylie«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Gampsodaktylie ist eine schleichende Erkrankung osttibetanischer Grunzochsen, auch Yaks genannt, die zu völligem Verlust des Haarkleides der Tiere führt. Die G. ist den Stoffwechselkrankheiten zuzurechnen. Entdeckt und erstmalig beschrieben wurde sie von dem italienischen Entdeckungsreisenden Fabrizio Bagatellini im Jahre 1812. Gampsodaktylie ist das in der heutigen Zeit auftretende Modesyndrom männlicher Homosapiens in der Form des Tragens eines fälschlicherweise als Ziegenbart bezeichneten Gamsbartes. Pilzbefall des »Gampsbartes« auf dem gleichnamigen Hut. Vor allem in Bayern stark verbreitet.
 
»Aplazentalier«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Microchip, der Hasen implantiert wird, damit sie die Ohren steif halten können. Das ist, als wenn ein, nee, mindestens zwei (oder doch mehr?), sich so wie fast in gekünstelter, wenigstens jedoch halb unverständlicher Art und Weise auch nix zu sagen haben. Nahezu verwandt mit Aphrodisiaker. Anhänger der Aplazentie, einer progressiven Abart der Prozentrechnung; statt einer linearen Prozentangabe wird eine aplazente berechnet. Die Aplazentalier behaupten, daß so eine natürlichere Mengenangabe möglich sei.
 
»Suslik«
Pröttelmeiers Sprachalmanach
Düsseldorfer Deutschduden
Katholischer Orthographiekateschismus
Ominöse Erscheinung nach der Boilerentkalkung. In der russischen Übersetzung des Filmes Casablanca der Kosename der weiblichen Hauptperson. Der berühmte Filmsatz heißt dort: "Posmotri mnje v glaza, suslik!" An den Sichtfenstern von Raumstationen angefrorene Fäkalien, die die Sicht stark behindern und durch eine defekte Toilettenauswurfautomatik verursacht werden.