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Power-Brei Special-Edition

Die Top-News der Woche.

Wir präsentieren an dieser Stelle die aktuellen Schlagzeilen und ihre wahren Hintergründe. Wir decken auf, stellen bloß, entlarven, demaskieren, bringen gnadenlos alles ans Tageslicht - und das zum Nulltarif! Denn Qualität hat ihren Preis.

Zum Verständnis: Jede Meldung beginnt mit der Original-Tickermeldung, wie sie unser neuer Fernschreiber auf unser Recycling-Endlosklopapier gehämmert hat. Die von uns unter Einsatz unseres Lebens heldenhaft hinzurecherchierten Hintergründe folgen nach dem Trennstrich (-).

Lesen Sie selbst, welche erstaunlichen, erschreckenden oder auch absurden Wahrheiten sich hinter den banalen Nachrichten verbergen. Staunen Sie über das, was wirklich in der Welt vor sich geht. Mit unserem Insiderwissen werden Sie immer und überall den entscheidenden Tick Vorsprung haben.



Die Woche vom 27.07.1998 bis zum 02.08.1998 wird mit folgenden Meldungen in die Geschichte eingehen:
 

Sonntag, den 02.08.1998

PRISTINA: UN-Mitarbeiter haben in der serbischen Provinz Kosovo Tausende von Flüchtlingen gefunden, die vor der jüngsten Offensive der Regierungstruppen geflohen waren. - Spähtrupps im weiter östlich gelegenen China berichten von über einer Milliarde Flüchtlinge, die aufgrund ihres Äußeren offenkundig aus Japan stammen dürften.

MOSKAU: Russland will der Kaukasusrepublik Tschetschenien und dem unter Druck geratenen Präsidenten Aslan Maschadow wirtschaftlich und politisch helfen. - Tschetschenien solle Teil haben am grandiosen Wirtschaftswunder Rußlands.

MUENCHEN: Die stellvertretende Bundesvorsitzende und bayerische SPD-Landesvorsitzende Renate Schmidt spricht sich für die Einführung einer Steuer auf große Privatvermögen aus. - Gleichzeitig erklärte sie, die SPD habe für den laufenden Wahlkampf das gesamte Parteivermögen ausgegeben.

ORANIENBURG: Im brandenburgischen Rathenow hat eine Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen und Erwachsenen aus der rechten Szene zwei Aussiedler aus Kasachstan zusammengeschlagen. Ein 19jähriger erlitt bei dem Überfall am Freitag schwere Kopfverletzungen, Prellungen und Blutergüsse, sein 21jähriger Begleiter kam mit Prellungen davon. Wie die Oranienburger Polizei erst jetzt berichtete, wurden drei einschlägig bekannte Tatverdächtige im Alter von 23, 27 und 29 Jahren vorübergehend festgenommen. - Sie mußten aber kurz darauf wieder freigelassen werden, da eine DNA-Analyse aufgrund fehlender Sperma-Spuren die mutmaßlichen Täter nicht überführen konnte. Die übrigen 27 Personen könne man nicht belangen, da sie allesamt ein Attest ihres Arztes vorlegen konnten, nach dem sie wegen einer seltenen Epilepsieform für ihre Attacke nicht verantwortlich gemacht werden können.
 

Samstag, den 01.08.1998

BONN: In Deutschland, Österreich und der Schweiz tritt an diesem Samstag die umstrittene Rechtschreibreform in Kraft. Die neuen Schreibweisen werden damit für Schulen und Behörden verbindlich. - Damit endet die seit Jahrhunderten frei gewachsene Sprachentwicklung und wird von nun an gesetzlich reglementiert. Anläßlich dieses frohen Ereignisses ließen die Kultusminister gestern auf einer Sondersitzung die Korken knallen. Endlich habe man auch diese Reglementierungslücke schließen und für mehr Rechts(chreib)sicherheit sorgen können.

BONN: Autofahren unter Drogeneinfluß wird von diesem Samstag an mit hohen Geldbußen und mehrmonatigen Fahrverboten bestraft. - Unverständnis über diese neue Gesetzeslage äußerte ein Sprecher des niederländischen Rauschmittelkonzerns Jointje. Bekiffte Autofahrer reagierten selbst in schwierigsten Situationen bei weitem am gelassensten und würden so durch hektische Überreaktionen hervorgerufene Unfälle vermeiden können.

BONN: Im Streit um angeblich überhöhte Honorare von Zahnärzten hat der Verband der Angestellten-Krankenkassen Gesundheitsminister Horst Seehofer eine Mitverantwortung zugewiesen. - Er habe sich vor drei Wochen einen kariösen Zahn behandeln lassen, ohne vorher mit dem Zahnarzt eine Preisabsprache durchzuführen.

MOSKAU: Russland hat nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds -IWF- gute Aussichten, im September die zweite Rate eines internationalen Kreditpaketes in Höhe von umgerechnet 7,6 Milliarden Mark zu erhalten. - Die Wirtschaft des Landes komme weiterhin nicht in Gang und die militärische Ausstattung des Landes verroste. Dies müsse man fördern. Es seien die am besten investierten Milliarden, die man je ausgegeben habe.

KARLSRUHE: Die Kosovo-Flüchtlinge sollen nach dem Willen von Bundesaußenminister Klaus Kinkel möglichst in Nord-Albanien oder Mazedonien aufgenommen werden und nicht nach Deutschland weiterziehen. - Bei der heißen Witterung in diesem Sommer seien alle teuren Hotels in Deutschland von Touristen ausgebucht, und für Neubauten finde man keine Bauarbeiter mehr, die bereit wären, unter den schweißtreibenden Umständen weitere Unterkünfte zu errichten.

BONN: CDU und CSU sprechen sich nach einem Bericht des Magazins "Focus" in ihrem Wahlprogramm für eine Vereinfachung der Einbürgerung integrationswilliger Ausländer aus. - Man müsse den armen Menschen der Krisenregionen und der Dritten Welt eine Möglichkeit geben, ihren Lebensstandard zu verbessern. Außerdem sei die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht Ausdruck fehlender Arbeitsplätze. Vielmehr mangele es nur an qualifizierten Arbeitsplätzen; für einfache Verrichtungen wie Reinigungsarbeiten finden sich unter den deutschen Arbeitnehmern keine freien Kapazitäten mehr.

SPORT: Steffi Graf hat beim Tennisturnier im kalifornischen Stanford das Halbfinale erreicht. - Ihr beim US-Open Turnier 1988 gewonnenes Mercedes-SL-Cabrio war kurz vor Stanford mit einem Motordefekt liegengeblieben.

PHNOM PENH:: Das Ergebnis der Wahlen in Kambodscha vom vergangenen Sonntag wird erst in drei Tagen bekanntgegeben. Ein Sprecher der Wahlkommission sagte, alle Stimmzettel seien zwar ausgezählt. Wegen logistischer Probleme könne eine Gegenkontrolle zur Zeit jedoch nicht stattfinden. - Zu viele Wähler seien zwischenzeitlich an einer mysteriösen Epidemie erkrankt und verstorben, so daß deren Stimmzettel wieder aus dem Ergebnis herausgerechnet werden müßten.
 

Freitag, den 31.07.1998

WIEN: Die Suche nach den zehn verschütteten Bergleuten im oesterreichischen Lassing geht in die entscheidende Phase. - Man habe nun die Planungsphase verlassen und beginne mit den Arbeitsvorbereitungen.

PRISTINA: Die Kämpfe in der serbischen Unruheprovinz Kosovo dauern trotz der jugoslawischen Zusage über ein Ende der Militäroffensive an. - Der UN-Sonderbeauftragte zeigte sich überrascht von diesen Ereignissen, kündigte aber an, die Sanktionen gegen Serbien weiter zu lockern. Man wolle sich nicht von kleinen Scharmützeln vom erfolgreichen Friedenskurs abbringen lassen.

JOHANNESBURG: Nach mehr als zwei Jahren beendet die südafrikanische Wahrheitskommission an diesem Freitag ihre Untersuchungen zu politisch motivierten Gewalttaten während der Apartheid-Ära. - Trotz intensiver Suche konnte die Wahrheit nicht gefunden werden. Stattdessen fand man heraus, daß während der Apartheid-Ära politisch motivierte Gewalttaten an der Tagesordnung waren und somit als Gewohnheitsrecht nicht verfolgt werden können.
 

Donnerstag, den 30.07.1998

PARIS: Die französische Justiz und Polizei haben die Doping-Ermittlungen bei der Tour de France ausgedehnt. - Nun sollen auch die Zuschauer, die bekanntermaßen stundenlang ohne erkennbare Ermüdungserscheinungen am Streckenrand auf die Radprofis warten, einem Bluttest unterzogen werden. Sie seien schon immer sehr suspekt gewesen, teilte ein Beamter des französischen Innenministeriums mit. Eine entsprechende Aktion sei bereits angelaufen, da gemunkelt würde, der ganze Tourtroß würde sich bei der heutigen Etappe in die Schweiz absetzen.

HANNOVER: Im ersten Halbjahr 1998 ist es nach Informationen der 'Hannoverschen Allgemeinen Zeitung' zu einem für alle Experten überraschenden Einbruch bei den Beitragseinahmen der Rentenversicherung gekommen. - Eine Putzfrau der Rentenanstalt hat inzwischen gestanden, ein Fenster in Parterre offengelassen zu haben.

WIEN: Die Rettungsarbeiten für die zehn im österreichischen Lassing verschütteten Bergmänner laufen auf Hochtouren weiter. Die Rettungsbohrungen mit weiteren Spezialgeräten aus Deutschland haben inzwischen rund die halbe Strecke zu den in rund 130 Meter Tiefe Verschütteten zurückgelegt. - Aber immer wieder müsse man das Gebiet großräumig evakuieren, da das Gelände sehr felsig sei und die deshalb heftigen Bohrsprengungen die in dem Krater angesammelten Schlammassen über weite Teile der umliegenden Häuser versprenkele. Man sei sich aber sicher, daß die Eingeschlossenen durch die Detonationen motiviert würden, noch eine Weile am Leben zu bleiben.

BERLIN: In mehreren Veranstaltungen wird an diesem Donnerstag des 100. Todestages des ehemaligen deutschen Reichskanzlers Otto Fürst von Bismarck gedacht. - Bismarck sei genau vor 1.200 Monaten gestorben, was angesichts dieser Schnapszahl ein doppeltes Jubiläum darstelle. Zur Feier des Tages wird Bismarck heute posthum das Bundesverdienstkreuz am langen Bande der Bundesrepublik Deutschland aus der Hand von Bundespräsident Roman Herzog verliehen.

MOSKAU: Nach einem Pipeline-Bruch sind im fernen Osten Rußlands rund 500 Tonnen Öl in ein ausgetrocknetes Flußbett geflossen. - Dies sei zwar eine sehr kostspielige, aber gerade passende Bewässerungsmethode für die verdörrte Region. Umweltschützer schlugen hingegen Alarm. Sollten sich in nächster Zeit Regenfälle ereignen, würden diese nur so durch das Flußbett flutschen und nicht vom Boden aufgenommen werden können, was sehr schade sei.
 

Mittwoch, den 29.07.1998

BRÜSSEL: Die Europäische Kommission hat den Zusammenschluß aller deutschen Kohleproduzenten zur "Deutschen Steinkohle AG" genehmigt. - Der größte deutsche Kohleproduzent, die Rheinbraun AG, hat daraufhin seinen Namen in "Rheinstein Braunkohle AG" geändert.

MADRID: Wegen ihrer Verstrickung in Geheimoperationen gegen die baskische Separatistengruppe ETA sind der frühere spanische Innenminister Jose Barrionuevo und sein damaliger Staatssekretär zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden. - Ihnen wird vorgeworfen, bei einem Wohltätigkeits-Golfturnier demonstrativ eine Baskenmütze getragen zu haben.

COLOMBO: Indien und Pakistan wollen ihren Dialog wiederaufnehmen, um nach Jahrzehnten der Spannungen zu einem gutnachbarschaftlichen Verhältnis zu finden. - Als Zeichen der Freundschaft richteten beide Staaten ihre Atomraketen auf das jeweils andere Land und feuerten elf Salutschüsse ab.

PODGORICA: Ungeachtet der Sanktionen gegen Jugoslawien wird Deutschland der Teilrepublik Montenegro Wirtschaftshilfe gewähren. - Das Geld sei im Haushaltsplan veranschlagt und müsse weg, so Finanzminister Waigel. Außerdem steigere man dadurch ja die Kaufkraft, was die deutschen Rüstungsexporte ankurbele.

PEKING: Das Hochwasser am Jangtse-Fluß nimmt immer verheerendere Ausmaße an. - Günstigerweise werde dadurch der Bau des geplanten Super-Staudamms erleichtert, da die Abtragung und Endsiedlung des Staugebietes sich nun erübrigt habe. Auch bräuchten nun keine Entschädigungen mehr an die Bevölkerung gezahlt werden. Dies sei nun Aufgabe der Versicherungen, die gegen Hochwasser aber nicht versichern, so ein Regierungssprecher.
 

Dienstag, den 28.07.1998

COLOMBO: Rund drei Monate nach den umstrittenen indischen Atomtests deutet sich eine mögliche Entspannung zwischen Indien und Pakistan an. - Bei zwei bisher vertuschten Zwischenfällen explodierten jeweils eine Atombombe bei vor einem Testversuch in einer Fabrikationshalle, wodurch das gesamte waffenfähige, spaltbare Material verlorenging. Die Bevölkerung war zu keiner Zeit in Gefahr, heißt es.

MÜNCHEN: Einen Tag nach der Ankündigung eines harten Vorgehens im Kampf gegen Verbrecher durch die SPD hat die CDU/CSU nachgelegt. - Sie erstattete Selbstanzeige.

PHNOM PENH: Die Europäische Kommission hat den Ausgang der Parlamentswahlen in Kambodscha als glaubwürdig und akzeptabel bezeichnet. - Die noch lebenden Kandidaten könnten jetzt eine Regierungsbildung einleiten.

JAKARTA: 22 Jahre nach der Annexion Ost-Timors hat Indonesien die ersten 400 von schätzungsweise 12.000 Soldaten seiner dort stationierten Truppen abgezogen. - Sie werden benötigt, um eine Invasion Australiens vorzubereiten.
 
PARIS: Michael Schumacher bleibt Sieger des Formel-1-Rennens von Silverstone. - Selbst die eingehende Untersuchung einer kleinen Schuppenflechte an Schumachers linken Daumen konnte letztlich nicht als Regelwidrigkeit, Doping oder Bevorteilung gewertet werden. Ihm wurde aber auferlegt, die Schuppenflechte umgehend abzuheilen.
 

Montag, den 27.07.1998

PHNOM PENH: Nach den Parlamentswahlen in Kambodscha hat die Wahlkommission die Bekanntgabe erster Ergebnisse überraschend auf Dienstag verschoben. - Offenkundig müssen mehr Wahlscheine gefälscht werden, als vorher angenommen.

WIEN: Dem neun Tage nach dem Grubenunglück geretteten österreichischen Bergmann Hainzl geht es nach Angaben der Ärzte ausgezeichnet. - Dazu hat er auch allen Grund: RTL will einen Spielfilm drehen, der Bertelsmann-Verlag hat sich die Exklusivrechte an der Story gesichert und die BILD-Zeitung enthüllt in ihrer morgigen Ausgabe sensationell, daß David Kopperfield seine Finger im Spiel hatte.

MANILA: US-Außenministerin Madeleine Albright hat die politische Situation in Birma als eine Gefahr für die Stabilität in Südostasien bezeichnet. In dem von einer Militärjunta regierten Land werde eine politische Explosion immer wahrscheinlicher. - Dies sei auch eine Warnung an Helmut Kohl, der ebenfalls zunehmend zu platzen drohe.

MOSKAU: Die Duma-Kommission, die eine mögliche Amtsenthebung des russischen Präsidenten Boris Jelzin prüfen soll, ist zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Es soll geklärt werden, ob Jelzin sich bei der Auflösung des Sowjetunion im Dezember 1991 des Staatsverrats schuldig gemacht hat. - Nun will auch die Deutsche Vaterlandspartei überprüfen lassen, ob die Niederlegung der Krone und somit das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen von Kaiser Franz II. 1806 Staatsverrat war und die folgenden staatsrechtlichen Regelungen nichtig sind.

BELGRAD: Serbische Einheiten haben bei ihrer Großoffensive gegen albanische Separatisten im Kosovo nach eigenen Angaben militärische Erfolge erzielt. - Der mongolesische UN-Beobachter Blindus Tunix sprach hingegen von angeregten, kontroversen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Staaten und setzt weiter auf Verhandlungen.

BONN: Die von Deutschland geleistete Entwicklungshilfe sichert nach Angaben von Entwicklungshilfeminister Carl-Dieter Spranger in der Bundesrepublik etwa 100.000 Arbeitsplätze. Mit jährlich 11 Milliarden Mark sei Deutschland das viertgrößte Geberland, sagteSpranger der "Leipziger Volkszeitung". - Die Opposition hingegen kritisierte die Koalitionspolitik. Mit 11 Milliarden DM jährlich könnten ebenfalls 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, aber die notleidende Bevölkerung in den armen Ländern könnte zusätzlich bei einem hohen Lebensstandard in Deutschland Asyl erhalten anstatt in den ärmlichen Verhältnissen vor Ort zu bleiben. Bei diesem Modell entfielen auch die nicht unerheblichen Transportkosten für die Hilfeleistungen.



Die Woche vom 20.07.1998 bis zum 26.07.1998 wird mit folgenden Meldungen in die Geschichte eingehen:
 

Sonntag, den 26.07.1998

PRISTINA: Die neu aufgeflammten Gefechte zwischen serbischen Einheiten und albanischen Separatisten in der serbischen Provinz Kosovo haben eine Flüchtlingswelle ausgelöst. - Bundeskanzler Helmut Kohl hat angeordnet, die deutschen Küstenregionen umgehend zu evakuieren.

ALGIER: In Algerien sind bei zwei neuen Massakern 20 Menschen getötet worden. Die Sicherheitskräfte legten die blutigen Anschläge auf zwei Dörfer westlich und südwestlich der Hauptstadt islamischen Extremisten zur Last. Ungeachtet der neuen Gewalttaten setzte eine UN-Delegation unter Leitung des portugiesischen Ex-Präsidenten Mario Soares ihre Erkundungsmission fort. Die sechs Delegierten wollen sich zwei Wochen lang über die Lage in Algerien informieren. - Es fehlten aber in dieser Woche noch 197 Morde, bis die UN Sanktionen beschließen könne, so Soares. Außerdem reiche es nicht, die Bevölkerung einfach nur abzuschlachten. Es müsse deutliche Anzeichen geben, daß ein politischer Wille dahinterstehe.

TEHERAN: Ein Gericht in Iran hat den Antrag auf Haftverschonung des zum Tode verurteilten Deutschen Helmut Hofer abgelehnt. - Er müsse büßen, denn auch Jesus sei unschuldig gestorben, so der Richter.

BONN: Die Bundesregierung will nach einem Bericht des Magazins "Focus" im Zusammenhang mit dem in den Niederlanden aufgedeckten Kinderporno-Skandal staatliche Kontrollen im Internet einführen. So sehe der Entwurf für die neue Telekommunikations-Überwachungsverordnung den Einsatz von Suchprogrammen vor, die das weltweite Datennetz nach verbotenen Inhalten  durchforsteten. - Man könne dabei auf die erfolgreiche Zensuraktion der bayrischen Landesregierung zurückgreifen, bei der vor einem Jahr aus dem Internet alle Nachrichten, die das Wort "sex" enthielten, herausgefiltert wurden. Dabei stellte sich heraus, daß insgesamt rund 3/4 aller Nachrichten verbotenen Inhalts waren. Auf die Einwände der Fachleute, "sex" sei in vielen Sprachen ein Zahlwort, was die hohe Zensurrate erkläre, warf der bayrische Innenminister ihnen Vertuschungsversuche und Mittäterschaft vor. Elf Verfahren sind diesbezüglich anhängig.

WASHINGTON: Die USA haben nach Informationen der "New York Times" ihre Pläne zur Festnahme der als Kriegsverbrecher angeklagten bosnischen Serben Radovan Karadzic und Ratko Mladic aufgegeben. - Man entschied sich nun, die beiden offiziell als politische Vertreter ihres Landes anzuerkennen und gewährte ihnen wieder diplomatischen Status. Man könne schließlich keine Politiker oder Generäle für Kriegsgreuel verantwortlich machen, die ausschließlich von kleinen, geistesgestörten Soldaten verübt würden. Außerdem habe Karadzic doch so eine hübsche Frisur.

WASHINGTON: Nach den tödlichen Schüssen im US-Kongreß ist der Täter formell wegen Mordes angeklagt worden. - Dies sei man dem Gesetz schuldig, so der Richter. Kenner der Szene gehen davon aus, daß der als Waffenheld gefeierte Todesschütze von seinen zehn von der Waffenbesitzerlobby kostenlos zur Verfügung gestellten Staranwälten freigekämpft und später als Volksvertreter in den Kongreß einziehen wird.

MADRID: Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, hat sich für eine Lockerung der Doping-Regeln ausgesprochen. - Der 78jährige erklärte, daß er sich nach der Einnahme von EPO-Präparaten immer topfit fühle und bis zur Olympiade 2016 im Amt bleiben wolle. So etwas Tolles könne man doch nicht anderen einfach vorenthalten.
 

Samstag, den 25.07.1998

WASHINGTON: Ein bewaffneter Mann hat im Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses, die Sicherheitssperren durchbrochen und wild um sich geschossen. Das Motiv des offenbar geistesgestörten Mannes ist unklar. - Von der Lobby der Waffenbesitzer wurde ihm anerkennend die Ehrenmedaille "Topgun on the long banner" verliehen. Mit nur zehn Schüssen in einem der bestbewachten Gebäude der USA zwei Menschen zu töten und einen schwer zu verletzen sei eine nicht zu unterschätzende Leistung.

MÜNCHEN: In Deutschland dringen Bund und Länder darauf, daß die rund 150.000 noch in der Bundesrepublik lebenden Bosnienflüchtlinge bis zum Jahresende in ihre Heimat zurückkehren. - Gerade jetzt sei es wichtig, die notleidende Bevölkerung in Bosnien zu mehren, um höhere Zuschüsse aus der EU zu erhalten, so ein Sprecher der bosnischen Regierung. Die EU hingegen verwies darauf, daß durch die Rückführung enorme Kosten entstünden, die von der künftigen Kreditgewährung in Abzug zu setzen seien.

WASHINGTON: Die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright hat´den künftigen Regierungschef Japans, Keizo Obuchi, aufgefordert, die Wirtschaftsreformen in seinem Land voranzutreiben. - Die Japaner seien doch so ein fleißiges Völkchen, aber wem nutze es, wenn immer wieder Krisen an der Börse die schönen Wirtschaftserfolge zunichte machten. Albright schlug vor, den Nikkei-Index für ein Jahr einzufrieren. Das gäbe Spekulationsstabilität und somit einen enormen Anschub für die Wirtschaft.

PARIS: Die Tour de France wird zunehmend vom Doping-Skandal beherrscht. Eine Woche nach dem Ausschluß des französischen Festina-Teams von der populären Radrundfahrt sind jetzt der Sportdirektor und der Mannschaftsarzt des niederländischen TVM-Teams wegen Doping-Verdachts inhaftiert worden. - Sie waren nachweislich bei ihrer letzten Pressekonferenz gedopt. Abstriche von ihren Trinkgläsern ergaben einen erhöhten Anteil des in Managerkreisen beliebten Dopingmittels Labermax in ihrem Speichel.

BAYREUTH: Die 87. Richard Wagner-Festspiele in Bayreuth sind mit der Oper "Der fliegende Hollaender" eröffnet worden. - Die Besucherresonanz ließ jedoch zu wünschen übrig da sich offenbar niemand vorstellen konnte, daß Holländer auch ohne Wohnwagen verreisen.

SPORT: Boris Becker muß weiter auf seinen ersten Sieg bei einem Sandplatzturnier warten. - Auch 25 Jahre nach seinem ersten Versuch scheiterte Becker, weil ihm ein sechsjähriger Bengel sein Förmchen geklaut hatte. Außerdem schaffte es Becker nicht, dem Sand die nötige Pampigkeit zu verleihen, um mit dem Makei seiner Sandburg die nötige Stabilität zu verleihen. Der topgesetzte Chilene Marcelo Rios gewann mit 6:2 und 6:0 Sandburgen.

Freitag, den 24.07.1998

MOSKAU: Der russische Ministerpräsident Sergej Kirijenko hat dem Westen zum Auftakt der Regierungsgespräche mit US-Vizepraesident Al Gore diskriminierende Maßnahmen in den Wirtschaftsbeziehungen vorgeworfen. - Es gehe nicht an, daß mehr Sonnencreme nach Afrika exportiert werde als nach Rußland.

LYON: Der Doping-Skandal bei der Tour de France beschäftigt weiter die französische Justiz. Drei Fahrer des von der Radrundfahrt ausgeschlossenen Festina-Teams gestanden nach Angaben ihres Anwaltes, verbotene Substanzen eingenommen zu haben. Sie wurden anschließend von der Polizei freigelassen. - Sollten die verbliebenen sechs Fahrer nicht auch gestehen, droht ihnen Beugehaft mit anschließender Einkerkerung auf St. Helena.

KARLSRUHE: Der Bundesgerichtshof entscheidet an diesem Freitag über den Brandanschlag auf ein Lübecker Asylbewerberheim. - Dies wäre der erste Brandanschlag in Deutschland, der höchstrichterlich abgesegnet ist. Es haben sich schon mehrere Personen gemeldet, die bereit sind, den Brandanschlag durchzuführen.

NEW YORK: Deutschland und Frankreich haben offiziell die Anti-Minen-Konvention ratifiziert. - Der Verband der Schreibwarenhändler hat offiziellen Protest bei der EU eingelegt.

WIEN: Die Europäische Union will nach den Worten des österreichischen Außenministers Wolfgang Schüssel eine neue Vermittlungsinitiative im Kosovo-Konflikt starten. - Für nächste Woche ist eine Sondersendung des Musikantenstadls aus dem Kosovo geplant. Man setze dabei auf den völkerverbindenden Charakter der Volksmusik, so Schüssel.

BONN: Außenminister Klaus Kinkel hat an die fundamentalistische Taleban-Miliz in Afghanistan appelliert, die internationalen Hilfsorganisationen wieder uneingeschränkt arbeiten zu lassen. Der Westen wolle weiter helfen, denn Afghanistan sei ein bitterarmes Land. - Es müsse möglichst schnell wirtschaftlich wiederaufgebaut werden, damit es die Milliardenkredite der Bundesrepublik zurückzahlen könne. Was den Wirtschaftsfaktor Rüstung betreffe, hätte das Land bewiesen, daß es auf dem richtigen Weg sei, so Kinkel.

WARSCHAU: Bei Überschwemmungen im Südwesten Polens sind nach neuen Angaben des polnischen Fernsehens sieben Menschen ums Leben gekommen. - Nun hat die polnische Regierung Bereitschaft signalisiert, über die polnische Westgrenze neu zu verhandeln und schlug vor, die Grenze um einen Kilometer vor die Neiße zurückzuverlegen. Bundespräsident Roman Herzog bezeichnete dies als netten Versuch, lehnte aber dankend ab.

CATANIA: Der Vulkan Ätna auf Sizilien hat glühende Gesteinsbrocken und Asche bis zu zehn Kilometer in die Höhe geschleudert. - Wann und wo sie wieder herunterfallen, ist bisher nicht klar. Die Raumstation MIR sei jedoch nicht in Gefahr.
 

Donnerstag, den 23.07.1998

LISSABON: Ein Versenkungsverbot für ausrangierte Ölplattformen und eine erhebliche Reduzierung radioaktiver Einleitungen in die Meere haben 15 europäische Länder beschlossen. - Nach den neuesten Plänen sollen die radioaktiven Abfälle in den ausrangierten Ölplattformen deponiert und als strategische Waffe an Dritte Welt-Länder verkauft werden.

BONN: Der Stopp für Atomtransporte in Deutschland bleibt vorerst bestehen. - Nun soll geprüft werden, ob die Bundesrepublik keine alte Ölplattform ankaufen und im Rhein verankern lassen kann.

KOBLENZ: Im Zusammenhang mit dem aufgedeckten Kinderporno-Ring in den Niederlanden hat es eine erste Festnahme in Deutschland gegeben. - Der verantwortliche Chefredakteur der Nachrichtensendung "Tagesschau" wurde verhaftet, weil auf seine Anweisung hin während der Berichterstattung ein verzerrtes und zensiertes kinderpornographisches Foto eingeblendet wurde. Dieses Foto müsse der Redaktion auch im Original vorliegen, behauptet die Staatsanwaltschaft und beschlagnahmte kurzerhand das gesamte Bildarchiv des Senders. Der Sender erfülle damit den Tatbestand des Besitzes kinderpornographischen Materials. Nun wird geprüft, ob auch gegen andere Sendeanstalten ermittelt werden muß.

WASHINGTON: Der Iran hat eine Mittelstrecken-Rakete mit einer Reichweite von 1.300 Kilometern erfolgreich getestet. - Mit ihr sollen künftig Regimekritiker zum Mond geschossen werden.

ANKARA: Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat in der Türkei die Einhaltung der Menschenrechte und der Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates angemahnt. - Die türkische Regierung sagte zu, daß es für jede Folterung künftig eine richterliche Anordnung gebe.

ATHEN: Ein landesweiter Streik hat in Griechenland zu erheblichen Beeintraechtigungen im Verkehrswesen geführt. Die staatliche Fluggesellschaft Olympic Airways nahm erst am Donnerstag mittag den Flugbetrieb wieder auf, zahlreiche Urlauber waren auch auf den Fähren von Verspätungen betroffen. - Der ADAC begrüßte den Ausfall des Fährbetriebs als ersten wirksamen Schritt zur Verbesserung der Überlebenschancen der Passagiere wegen der katastrophalen Sicherheitszustände der Schiffe, bedauerte aber die Wiederinbetriebnahme.

BERLIN: Deutschland befindet sich nach Einschätzung von Bundespräsident Roman Herzog in der von ihm geforderten Aufbruchstimmung. - Viele hätten schon das Land verlassen und suchten ihr Glück im Ausland.

BONN: Die Koalitionsparteien und die SPD haben die Forderung des Vorstandssprechers der Grünen, Jürgen Trittin, abgelehnt, alle Gewinne aus Aktiengeschäften zu versteuern. - Anderenfalls müßten künftig die Diäten drastisch erhöht werden.

MÜNCHEN: Der bekannte Bariton Hermann Prey ist nach Informationen des Bayerischen Rundfunks im Alter von 69 Jahren gestorben. - Er ist nach der Intonation des hohen C geplatzt.

BONN: Der Kandidat für das Wirtschafts-Ministerium einer SPD-geführten Bundesregierung, Jost Stollmann, rechnet mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau in Deutschland. - Da dieser aber nicht von alleine zu bewerkstelligen sei, müßten hierfür neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

HANNOVER: In der niedersächsischen Metallindustrie haben sich die Tarifparteien auf ein bundesweit einzigartiges Modell zur Beschäftigungsförderung geeinigt. Arbeitnehmer, die ihre Arbeitszeit freiwillig verringern, sollen dafür eine Prämie erhalten. - Arbeitnehmer, die ganz zu Hause bleiben, erhalten vollen Lohnausgleich. - IG Metall und Arbeitgeber erhoffen sich dadurch Anreize für Teilzeitarbeit und für die Schaffung neuer Stellen.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen sehen sich gezwungen, ihre Hilfsleistungen für die notleidende Bevölkerung in Afghanistan drastisch einzuschränken. - Diese Maßnahme sei notwendig, da sich Waffenexporte an die verfeindeten Volksgruppen als wesentlich profitabler herausgestellt hätten.
 

Mittwoch, den 22.07.1998

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat aus Sorge vor einem Übergreifen der schweren Gefechte im Kosovo beschlossen, die UN-Friedenstruppe im angrenzenden Mazedonien auf 1.050 Mann aufzustocken. - Sie sollen im Falle eines militärischen Handlungsbedarfs blitzartig Serbien überrennen und Belgrad besetzen. Deutschland ist mit einem VW-Kübelwagen und dem Gefreiten Hugo Klapperbusch an dem Kontingent beteiligt.

BONN: In der Diskussion über die Zulässigkeit von Sterbehilfe für Komapatienten hat sich Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig gegen jede Beteiligung des Staates an Sterbehilfe ausgesprochen. - Dr. Koma ist seit vielen Jahren ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Intensivmedizin und lehne jede Einmischung in seine Behandlungsmethoden ab.

HAMBURG: SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder hat sich gegen die von der CSU vorgeschlagene Einführung einer Autobahnvignette ausgesprochen. - Dies würde nur eine optische Veränderung der Fahrzeuge bewirken, nicht aber den Schadstoffausstoß verringern. Dagegen meinte Bayerns Ministerpräsident Stoiber, man könne die Plakette doch auf den Auspuff kleben. Dies habe dann die gleich Wirkung wie beispielsweise Wasserhahnfilter.

TEHERAN: Vor einem Gericht der iranischen Hauptstadt wird an diesem Mittwoch das Todesurteil gegen den Hamburger Geschäftsmann Helmut Hofer neu verhandelt. - Die Bundesregierung hatte Protest eingelegt, weil die Hinrichtungspraxis des Steinigens inhuman sei. Nun werde geprüft, welche anderen Methoden mit dem Khoran zu vereinbaren sind. Die beiderseitigen freundschaftlichen Beziehungen der Länder werden durch diesen kleinen Zwischenfall indes nicht getrübt, so der Sprecher des Außenministeriums. Man habe bereits wieder einen guten Vertrag über Waffenexporte unterzeichnen können.

DEN HAAG: Nach der Aufdeckung des Kinder-Pornorings von Zandvoort sind Bilder und Filme der Kinderschänder offenbar noch immer im Internet zu sehen. Das berichtet die niederländische Zeitung "NRC Handelsblad". Das Material sei auf zahlreichen Internet-Seiten abrufbar. - Dabei habe man doch das gesamte kinderpornographische Angebot des Internets aufdecken können. Die Mutmaßung, es gebe noch andere Quellen, hat indes die belgische Polizei als absurde Fantasterei zurückgewiesen. Das Internet sei nun "clean". Unterdessen wurde die gesamte Redaktionsmannschaft des "NRC Handelsblad" wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornographischer Darstellungen aus dem Internet verhaftet. Die Abonnenten der Zeitung erhalten in Kürze eine Vorladung, so ein Sprecher der niederländischen Polizei.

BELFAST: Auch die dritte Gesprächsrunde über einen umstrittenen Protestantenmarsch in der nordirischen Stadt Portadown ist ohne Einigung geblieben. - Strittig ist vor wie nach die Marschroute. Ein reicher Katholik hatte heftig protestiert, weil der Marsch des protestantischen Oranierordens nun doch nicht an seinem extra hoch überversicherten Haus vorbeiführt.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den Mord an vier Mitarbeitern der Vereinten Nationen in Tadschikistan scharf verurteilt. Die unbewaffneten Maenner seien kaltblütig erschossen worden. - Die UN-Beobachter hatten sich als Wildschweine verkleidet, um das Balzverhalten der heimischen Schraubenhornziege zu beobachten. Dabei gerieten sie in eine Treibjagd.

BOGOTA: In Kolumbien soll nach Presseberichten wieder ein Deutscher entführt worden sein. - Bundesfinanzminister Waigel begrüßte diese Art der Devisenbeschaffung und kündigte eine entsprechende Gesetzesinitiative seiner Partei im Bundestag an. Waigel erinnerte dabei noch einmal daran, daß ab 01.01.1999 Lösegeldforderungen in Euro zu begleichen seien.
 

Dienstag, den 21.07.1998

PORT MORESBY: Vier Tage nachdem es in Papua-Neuguinea böse Schwupp gemacht hat, wird das Ausmaß der Katastrophe allmählich deutlich. Noch über 6.000 Bewohner werden vermißt, 1.200 Tote wurden bisher gefunden. Für hartgesottene Touristen bietet PFUI-Reisen in der Katastrophenregion momentan Strandvergnügen der besonderen Art.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds IWF gewährt Rußland einen weiteren Milliardenkredit. - Damit kann Boris Jelzin nun endlich den Auftrag seiner Wähler erfüllen, auch auf dem Spirituosensektor seinen Vorgänger Gorbatschow durch den Aufkauf und die Umbenennung der Wodka-Gorbatschow Distille abzulösen. Kenner der Szene munkeln allerdings, der Aufkauf diene nur zur Deckung des eigenen Bedarfs.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht verhandelt an diesem Dienstag über die Altersversorgung früherer privilegierter DDR-Bürger. - Diese soll nach Vorstellungen der antragstellenden SPD-Fraktion an die Diäten der Bundestagsabgeordneten gekoppelt werden da die Betroffenen durch ihre Arbeit in der DDR maßgeblich zu deren Untergang und damit zu der Situation beigetragen haben, an der nun die CDU bei der nächsten Bundestagswahl zu scheitern droht.

MÜNCHEN: Bayern plädiert für die generelle Einführung von Autobahngebühren ab dem nächsten Jahr. - Dabei sollen Klein- und Mittelklassewagen besonders zur Kasse gebeten werden, da diese den prozentual größten Anteil am Verkehrsaufkommen hätten. Autos der Luxusklasse wie beispielsweise alle Modelle der Marke BMW hingegen dürften auch künftig gebührenfrei fahren. Für ausländische Fahrzeuge wird an eine Zusatzvignette gedacht als Gegenleistung für die in Deutschland erlaubte uneingeschränkte Raserei auf den Autobahnen.

ABUJA: Nigerias Militärmachthaber Abdulsalam Abubakar hat die Übergabe der Macht an einen demokratisch gewählten Präsidenten für Ende Mai 1999 angekündigt. - Bis dahin sei seine Position durch den Einsatz des Militärs als Wahlhelfer so gefestigt, daß er eine demokratische Wahl problemlos als Sieger überstehe.

DEN HAAG: Die belgische Bürgerinitiative "Morkhoven" hat ihr Material über Kinderpornographie nun doch der Polizei übergeben. - Dabei stellte sich heraus, daß das Beweismaterial kinderpornographischer Natur ist, woraufhin der Chef der Bürgergruppe, Marcel Vervloesem, verhaftet wurde.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat die neuen schweren Kämpfe im Kosovo verurteilt und abermals ein sofortiges Ende der Gefechte gefordert. - Andernfalls sehe man sich gezwungen, den Bananenexport nach Serbien sofort drastisch zu reduzieren.

MIAMI: Bei einem Brand auf einem Kreuzfahrtschiff vor der Küste Floridas haben etwa 60 Menschen Rauchvergiftungen erlitten. Das Feuer im Heck des Luxusliners "Ecstasy" konnte von mehreren Schiffen der Küstenwache nach zwei Stunden gelöscht werden. - Alle Passagiere konnten gerettet werden, 60 von ihnen erfreuen sich aber noch an dem kostenlosen Rauschzustand durch verbrannte "Ecstasy"-Teile und behinderten die Löscharbeiten massiv.

PEKING: Ein chinesischer Geschäftsmann ist nach Angaben von Menschenrechtlern zu drei Jahren Haft verurteilt worden. - Er gilt als einer der mutmaßlichen Drahtzieher des größten Pekinger Stahlwerks.

GENF: Das UN-Menschenrechtskomitee hat schwere Vorwürfe gegen die algerische Regierung erhoben. - In den Haftzellen des Landes würde statt parfumierter nur Kernseife angeboten. Dies gehe so nicht.