Alltag eines PD-Freaks
Episode 1: Das Grauen beginnt

Wie Ihr sicher wißt gibt es auf Partys immer ein paar Leute, die sich für unheimlich coole und begabte Stimmungskanonen halten. Mit einem Schwall von lähmenden Gags bombardieren sie einen unaufhörlich, und macht man mal eine deutliche Bemerkung, verstehen sie sie falsch und machen umso intensiver weiter. Das ist leider nicht nur auf Partys so! Auch auf dem Computersektor haben sich solcherlei störende Elemente zu unser aller Leid breitgemacht. Da sitzt man des Nachmittags nichts ahnend an seinem Rechner und arbeitet angestrengt, weil man noch so viel zu tun hat, doch plötzlich geht die Türe auf und so einer unserer liebsten Freunde (Beaker) kommt herein. Er setzt sich, schaut zunächst scheinbar interessiert bei der Arbeit zu. Dann, nach etwa 2 Minuten der wohltuenden Ruhe fängt er an, cool sein zu wollen, da man ihn nicht beachtet, weil man halt arbeitet. Mit Aussprüchen wie: "Kennste schon den Cheat zu Risiko? Da gewinnste jedes Gefecht!" oder "Haste schon das neue Arsch On??" macht er nun unangenehm auf sich aufmerksam. Um nicht beleidigend zu wirken sagt man erst mal "Ja, das ist aber toll!!!" und arbeitet weiter. Es ist etwa eine halbe Minute Ruhe, dann geht das gleiche Spielchen wieder von vorne los. Penetrantisch bekommt man die allerneuesten Spieletips und -tricks aus der monatealten ASM zitiert, worauf man, freundlich lächelnd und immer noch auf Höflichkeit bedacht, ihn deutlich darauf hinweist, daß man doch arbeite und keine Zeit habe. Doch nichtsdestotrotz fragt er unaufhaltsam weiter nach den neuen Slideshows, wobei er mit seinen 20 Disketten nervös herumfuchtelt und auf die Uhr sieht. Nach einiger Zeit erbarmt man sich seiner und kopiert ihm die Disketten, da man unter diesen Bedingungen sowieso nicht arbeiten kann. Doch damit nicht genug. Urplötzlich fällt ihm wieder ein, daß er doch vor ein paar Tagen diesen Super-Megatip zu "Larry 1" in der ASM gelesen hat und einem jetzt die Lösung erzählen muß, weil man ja sonst den Spaß an dem Spiel verlieren würde. Nachdem man drei Komplettlösungen gehört hat, betont man überdeutlich, daß man jetzt aber dringend weg müsse. Man zieht sich seine Jacke an, schaltet resigniert den Rechner aus und siehe da, er begibt sich endlich auf den Weg hinaus, aber nicht ohne noch zu sagen, daß er morgen wiederkommen würde. Man zieht erleichtert seine Jacke aus und fährt mit seiner Arbeit fort.

Eine halbe Stunde später klingelt es erneut. Noch nicht ganz von dem vorherigen Besucher verschreckt, öffnet man die Türe. Doch oh Weh, wer steht denn da: der liebe, gute, alte Spacko alias Höhöhö! Man bittet ihn perplex herein. "Tachschen" ist das erste, was er sagt. Da man ihm keinen Stuhl anbietet, steht er erst einmal 5 Minuten in der Gegend herum, ohne etwas zu sagen, bis er schließlich durch ein unauffälliges "Ähem" auf sich aufmerksam zu machen versucht. "Willst du dich nicht setzen?" wendet man sich ihm höflichst zu. Daraufhin schnappt er sich den 1 m entfernten Stuhl, nicht ohne dabei an alle mögliche Ecken zu stossen, und läßt sich ächzend darauf nieder. Man arbeitet erstmal weiter, bis er dann nach ca. 15 Minuten den Grund seines Besuches mitzuteilen gedenkt: "Haste neue Programme?". "Nee" antwortet man ihm. "Aha". Dann ist erstmal wieder Ruhe. Nach weiteren 5 Minuten fragt er dann, ob man nicht das neue Autorennspiel von FredFish 336 (Car) spielen könne; es sei so langweilig. "Ja, ja gleich" vertröstet man ihn weitere 10 Minuten lang. Als er dann unruhig zu werden beginnt, schließt man langsam seine Arbeit ab und stellt ihm den Rechner zur Verfügung. Nachdem er sich die Diskette gesucht und sie beim Hereinschieben in das Floppy (5.25") gefährlich gewölbt hat, stellt er entgeistert fest, daß sie nicht bootet. Hilflos blickt er umher und fragt scheinheilig: "Ist das Floppy kaputt?". Man antwortet darauf nichts, sondern schiebt die Workbench in das interne Floppy und wartet gespannt ab, was wohl noch Interessantes passieren wird. Obwohl nun nach einiger Ladezeit nur zwei Icons erscheinen, betrachtet er erstmal ausgiebigst den Bildschirm, bis er sich dann entschließt, die Maus zu benutzen. Da er wohl nicht ganz die Beherrschung über diese hat, klickt er nach einigem Gefuchtel das Workbench-Icon an und nachdem sich nun einiges auf dem Bildschirm tut, lehnt er sich voller Triumph zurück und wartet gespannt ab. Nachdem er das Spiel in den Verzeichnissen "Tools" und "System" gesucht hat, sagt er nervös: "Das ist da nicht drauf". Unter größter Selbstbeherschung klickt man ihm das Icon der Fishdisk an. Wiederum dauert es eine Weile, bis er sich in der neuen Umgebung zurechtgefunden hat. Schließlich entdeckt er das Car-Icon und trifft es auch endlich nach mehreren Versuchen genau ins Schwarze. Nachdem das Spiel geladen ist, versucht er, es mit der Maus zu bedienen. Da die Mausbedienung leider nicht implementiert ist, scheitert dies. So wird er immer nervöser, bis er beinahe panisch fragt, wie das funktioniere. Hilfsbereit reicht man ihm den Joystick herüber. Nach zweiminütigen Versuchen gelingt es ihm endlich, den Joystick einzustöpseln. Netterweise erklärt man ihm auch direkt die Bedienung des Spiels, so daß netter Kurzweile eigentlich nichts mehr im Wege steht. Doch leider gibt er immer zu viel Gas und knallt jeweils nach 3 Sekunden freien Fahrens gegen die Wand. Er läßt sich davon aber nicht stören und beschließt, alle Kurse durchzufahren, was er dann leider auch tut. Eine halbe Stunde später (man hat sich inzwischen wichtigeren Dingen zugewandt: Disketten sortieren usw.) erklärt er endlich voller Triumph, das Spiel gelöst zu haben. "Bravo, bravo, ..." applaudiert man ihm, was ihm Grund genug scheint, das Ganze noch einmal durchzuziehen.
 

Wir möchten an dieser Stelle abbrechen, da wir Euch den nun folgenden Gewaltakt ersparen wollen. Vielleicht haben wir uns bis zur nächsten Power-Brei wieder erholt und können Euch dann weitere Schwänke aus unserem Leben berichten. (Vorausgesetzt, Spacko ist vorher aus dem Krankenhaus entlassen worden!)